Parallel zum Bau des barocken Herrenhauses gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der erste Park und Garten angelegt. Es sind zwei historische Ansichten erhalten geblieben, welche die Ansicht des Schlosses von der Südseite abbilden, auf der Bäume und eine Wiese zu erkennen sind. Der Schlosspark und der Garten waren nicht zu groß und erstreckten sich nördlich des Herrenhauses. Es handelte sich dabei um eine typische Anordnung, bei der die südlichen Fenster zum Hof und die nördlichen zu den Grünanlagen zeigten. Die berühmteste Eigentümerin von Zatonie (Günthersdorf), Herzogin Dorothea Talleyrand-Périgord, beschrieb die Umgebung des Herrenhauses im Jahre 1840 in ihrem Tagebuch folgendermaßen: „…Hinter dem Haus gibt es einen schönen Ausblick auf den gut gewachsenen und gepflegten Garten, der sehr reich an seltenen Blumenarten ist.” Ferner hieß es in ihrem Tagebuch: „Mit dem Garten verbindet sich eine sehr hübsche Wiese, auf deren Ende sich mein Lieblingsbaum befindet …”

 
0 / 14 Bilder

Nachdem Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen, 1841 Zatonie besucht hat, entschied sich die Herzogin dazu den Garten zu vergrößern. Am 2. September schrieb sie: „Vor meiner Abreise ließ ich den Garten vergrößern, damit er großartiger wird”. Seine Fläche betrug damals 32 Hektar. Auf dem Plan von 1851 erstreckt sich der Park entlang der Straße nach Niedoradz (Nittritz).

Im östlichen Teil der Anlage befanden sich ein Aussichtsberg mit Grotte und eine Laube (Rosentempel) sowie ein Brunnen mit der Kopie einer römischen Skulptur des Kalydonischen Ebers. Der zweite Bereich des Parks lag im nordwestlichen Teil. Dort waren das sogenannte „Hundetor“, welches in den angelegten Tierpark führte, das Gärtnerhaus, ein Bach mit kleinen Brücken und ein Teich mit einer Insel. Der Park wies eine für das 19. Jahrhundert typisch freie Anordnung mit einer großen Festwiese im zentralen Bereich auf.

Ein bedeutender Parkausbau fand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert statt, als Minister Karl von Friedenthal und seine Tochter Renate von Lancken-Wakenitz Eigentümer der Anlage waren. Der Park wurde damals um weitere 20 Hektar vergrößert, so dass seine Fläche nun 52 Hektar betrug. Die Grenze des erweiterten Parks verlief entlang des Baches im östlichen Parkbereich. Dorthin führte eine Lindenallee, die mit einem Aha-Effekt in Form einer Granitbrücke endete. Noch zu Zeiten der Herzogin Dorothea wurde vor der Schlossorangerie ein Zierblumengarten (eng. „Pleasure Garden) angelegt. Im westlichen Teil des Parks befanden sich zwei Teiche, wobei zur Speisung eines dieser Teiche der Bach Dłubnia genutzt wurde. Die Herzogin erwähnt diesen Teich in ihrem Tagebuch: „…der Strom, der durch den Garten fließt, verleiht ihm eine Frische”. Im Gebiet des Parks wurden sechs Granitsteine mit Inschriften platziert, welche die einzelnen Bereiche benennen und zwar Alvina Brücke, Paulinen Linde, Johanna Wiese, Maria Insel 1876, Schulenburg Platz und Allee Renduffe.

Außer dem genannten Brunnen mit der Skulptur des Kalydonischen Ebers gab es noch drei weitere in der direkten Nähe des Schlosses. Der repräsentativste davon war der „Knabe mit dem Schwan”, der vor dem Haupteingang der Residenz stand. In die Umgebung der klassizistischen Orangerie gehörten noch eine antike Frauenskulptur der Muse Polyhymnia und ein antiker Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert u. Z. Obwohl der Park am 16. März 1965 in die Denkmalliste aufgenommen wurde, kümmerte man sich nicht um seine Pflege. Dies führte dazu, dass viele interessante Bäume abstarben, die Architektur verfiel und die ursprünglichen Sichtachsen und Parkwege nicht mehr erkennbar waren. Trotzdem blieb der Park in Zatonie ein interessanter, natürlicher und historischer Ort. Dank dem ehrenamtlichen Ehrgeiz der Mitglieder des Vereins „Nasze Zatonie“ („Unser Zatonie“) wurde in den Jahren 2011-2014 der Wildwuchs beseitigt und damit der wertvolle Altbaumbestand freigestellt. Im Mai 2020 wird man die Effekte der Revitalisierung historischer Parklandschaft in Zatonie bewundern.

Im Park werden gegenwärtig künstlerische Pleinairs und Veranstaltungen für die Einwohner von Zatonie und des benachbarten Zielona Góra organisiert.

Ihr Browser wird zur Darstellung von Google Maps nicht mehr unterstützt.

Detailkarte